Uckermark- Frieden mit der Natur

Uckermark- Frieden mit der NaturEinsame, unberührte Natur- wo gibt es das schon noch in Deutschland? In der Uckermark.  Hier finden Sie Pflanzen und Tiere, die anderswo längst ausgestorben sind oder vertrieben wurden. 3 Großschutzgebiete sorgen dafür, daß sie uns noch lange erhalten bleiben.

Uckermärker Lied

(von Max Lindow, Uckermärkischer Heimatdichter)

Wat is´t för´n Land!
Böm an de Kant,
Eeken in d´Heid,
Veh up de Weid.
Schön is un stolt un stark

Uns´leew oll Uckermark.
Öwerall Brot!
Grön steiht de Soot;
Äppel in´n Goor´n,
Dat Feld vull Koorn.
Arbeit für Seiß und Hark,

Keen Not in d´Uckermark.
Dütsch is uns´Oort,
Plattdütsch dat Woort,
Erlich un trü,
So bliewen wi,
Bet wi in unsen Sark

Schlopen in d´Uckermark.

Für alle, die kein Uckermärker Platt beherrschen, wie ich zum Beispiel, hier die Übersetzung:

Was ist´s für ein Land!
Bäume am Rand,
Eichen in der Heide,
Vieh auf der Weide.
Schön ist und stolz und stark

unsere liebe alte Uckermark.
Überall Brot!
Grün steht die Saat;
Äpfel im Garten,
Das Feld voll Korn.
Arbeit für Sense und Harke,

Keine Not in der Uckermark.
Deutsch ist unser Ort,
Plattdeutsch das Wort,
Ehrlich und treu,
So bleiben wir,
Bis wir in unserem Sarg

Schlafen in der Uckermark.


Weite Felder...Die Uckermark ist eine vor allem von der Landwirtschaft geprägte Kulturlandschaft, die wegen der relativ guten Böden intensiv genutzt wurde und wird. Findet man in der Region um Prenzlau und Angermünde vor allem weite Felder und Äcker, so hat insbesondere die Templiner Region aber auch große Wälder aufzuweisen. Selbst nahe der Stadt Schwedt/Oder, einem Industriezentrum, findet man mit dem Unteren Odertal eine einzigartige Landschaft.

... stille Flüsse...Die Uckermark zählt nach Auffassung vieler Menschen, die schon einmal hier waren, zu den landschaftlich schönsten Gebieten Deutschlands. In der Uckermark findet man eine in großen Teilen noch unberührte Natur vor, mit Pflanzen und Tieren, die anderswo in Deutschland schon lange nicht mehr existieren. Seeadler, Schwarzstorch, Reiher und Kraniche haben hier noch Lebensraum. Auch Kormorane, Fischotter, Biber und die außerordentlich seltene Großtrappe sind anzutreffen. Wer einmal in der Abenddämmerung in der Uckermark unterwegs ist, wird erstaunt sein, wie häufig ihm auch andere Tiere, wie Rehe, Füchse, Hasen, auch mal ein Hirsch oder allerlei Vogelarten begegnen. Dazu hat sicherlich die geringe Bevölkerungsdichte, aber auch die nur in geringem Umfang vorhandene Großindustrie beigetragen. Die Zersiedelung der Landschaft ist hier noch nicht so fortgeschritten wie anderswo.

Ein großer Teil der Uckermark (weit über die Hälfte der Fläche) unterliegt einem natur- oder landschaftsschutzrechtlichen Status. So liegt ein Teil des zweitgrößten Naturschutzgebietes Deutschlands, das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (Fläche: 1258 qkm) im Gebiet der Uckermark. Eine einzigartige Flußauenlandschaft bildet das Gebiet des Nationalparkes "Unteres Odertal" zwischen Hohensaaten und Sczceczin. Der Naturpark "Uckermärkische Seen" zwischen Feldberg und Lychen ist ein weiteres Kleinod der Natur. Weitere kleinere Natur- und Landschaftsschutzgebiete sollen Fauna und Flora davor bewahren, auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden.

... und blaue Seen- die Uckermark.Der Schutz von Natur und Landschaft geht natürlich nicht ohne Konflikte ab. Die Unterschutzstellung großflächiger Gebiete bedeutet in einer intensiv landwirtschaftlich genutzten Region immer auch Einschränkungen für die Landwirte. Auch die Industrie und der Verkehr schielen bisweilen argwöhnisch auf die Bemühungen der Umweltschützer. Besonders deutlich zeigt sich dies bei dem immer wieder eskalierenden Streit um den Nationalpark "Unteres Odertal", wo es zwischen dem Nationalparkverein einerseits und Bauern, Anglern, Jägern und Kommunen andererseits zu z.T. dramatischen Auseinandersetzungen kommt.  Bei Zynikern soll inzwischen auch schon der Satz kursieren: "Wenn man in der Uckermark dreimal an die selbe Stelle pinkelt, wird es ein geschütztes Feuchtbiotop; pinkelt man nicht, wird es als Trockenrasen unter Schutz gestellt."

Einige Angaben zu den großen Schutzgebieten:

Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

Blumberger Mühle
Das Informationszentrum "Blumberger Mühle" des Naturschutzbundes Deutschland im Biosphärenreservat Schorfheide- Chorin
Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin Mit 1258 Quadratkilometern ist das Biosphärenreservat "Schorfheide-Chorin" das zweitgrößte Naturschutzgebiet Deutschlands. Es ist eine von der Eiszeit geprägte Naturlandschaft, die sich unter Einfluß des Menschen zu einer gewachsenen Kulturlandschaft entwickelte. Hunderte Seen, Teiche und Sümpfe, weite Wald- und Wiesenflächen machen den Reiz dieser Region aus. Viele vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten sind hier zu finden. 195 Vogelarten leben hier, von denen 74 auf der Roten Liste stehen, so z.B. Seeadler, Schwarzstorch, Uferschwalbe, Bläß- und Saatgans. Auch Biber, Wechselkröte oder die Europäische Sumpfschildkröte kommen vor. An die 70 seltene Pflanzenarten existieren hier noch.

Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, Hoher Steinweg 5-6, 16278 Angermünde; Tel.: 03331/ 36540; Fax: 03331/ 365410; www.schorfheide-chorin.de ; siehe auch: NABU-Informationszentrum Blumberger Mühle



Nationalpark "Unteres Odertal"

Flußauenlandschaft im Nationalpark Unteres Odertal
Flußauenlandschaft im Nationalpark Unteres Odertal
Nationalpark "Unteres Odertal"Das Untere Odertal ist eine der letzten natürlichen Flußauenlandschaften Mitteleuropas. Es bildet eine Flußniederung von 60 km Länge zwischen Hohensaaten und Sczcecin und ist ca. 5 km breit. Es hat große Bedeutung für den Hochwasserschutz, was es zuletzt beim Jahrhunderthochwasser der Oder im Jahr 1997 unter Beweis gestellt hat. Das Gebiet weist eine große Artenvielfalt auf. Es wurden 286 Pflanzenarten gezählt. Es gibt hier Feuchtwiesen und Auenwälder, Trockenrasen und naturnahe Laubmischwälder. Im Unteren Odertal wurden 13 Amphibien- und Reptilienarten, 56 Molluskenarten, 36 Fisch- und Säugetierarten festgestellt, darunter Biber, Fischotter, Quappe und Wels. 235 Vogelarten wurden nachgewiesen, darunter solche wie Seeadler, Schwarzstorch, Kranich oder der fast ausgestorbene Seggenrohrsänger. Große Bedeutung hat das Untere Odertal als Rast-, Brut- und Überwinterungsplatz zahlreicher Vogelarten, vor allem verschiedener Gänse- und Entenarten. Das ganze Jahr über kann man an kostenlosen Führungen und Exkursionen im Nationalpark teilnehmen.


Nationalpark Unteres Odertal, Park 2, 16303 Schwedt/Oder, Ortsteil Criewen; Tel.: 03332/ 26770; Fax: 03332/ 2677220; www.unteres-odertal.de



Naturpark "Uckermärkische Seen"

Im Naturpark Uckermärkische Seen
Wanderweg im Naturpark Uckermärkische Seen
Naturpark Uckermärkische SeenDer Naturpark "Uckermärkische Seen" ist mit 895 Quadratkilometern der größte Naturpark Brandenburgs. In ihm liegen über 200 der 300 uckermärkischen Seen. In diesem Gebiet gibt es ein Landschaftsschutz- und 15 Naturschutzgebiete. Der Naturpark beherbergt über 1000 Pflanzenarten, von denen 200 auf der Roten Liste bedrohter Pflanzen in Deutschland stehen. Es wurden 15 Orchideenarten nachgewiesen, darunter das Gelbe Knabenkraut mit seinem einzigen Fundort in Brandenburg. Mit bis zu 10% ihres deutschen Gesamtbestandes brüten See-, Schrei- und Fischadler sowie Schwarzstorch und Kranich im Naturpark. Weitere hier vorkommende Tierarten sind u.a. der Biber, die Europäische Sumpfschildkröte, die Zwerglibelle und der Edelkrebs. Das Gebiet ist zu 44% mit Wald bedeckt und wird zu 43% landwirtschaftlich genutzt. Es stellt eine reichhaltige Kulturlandschaft mit Hecken, Söllen, Feldgehölzen und Alleen dar. Ziel ist es, ein harmonisches Miteinander von Natur, Tourismus und wirtschaftlicher Nutzung zu erreichen. (Übrigens: Man kann da prima wandern!)

Naturpark "Uckermärkische Seen", Zehdenicker Str.1, 17279 Lychen; Tel.: (039888) 64530; Fax: (039888) 64555; www.uckermaerkische-seen.de


Die Märkische Eiszeitstraße

Märkische EiszeitstraßeDie Landschaft der Uckermark wurde durch die letzte Eiszeit geprägt. Man findet hier eine Endmoränenlandschaft mit sanften Hügeln, über 400 Seen, stillen Wäldern und weiten Feldern. Um diese Landschaft und ihre Geschichte dem Touristen näherzubringen, wird gegenwärtig die "Märkische Eiszeitstraße" ausgebaut, die man an dem Schild mit dem Mammut am Straßenrand erkennen kann. Sie führt über 340 km durch mehrere Kreise im Nordosten Brandenburgs. Zu sehen gibt es u.a. den "Grützpott" bei Stolpe, das 4600 Jahre alte Großsteingrab bei Mürow, die Wehranlagen in Templin, zahlreiche Dorfkirchen aus Feldsteinen oder die Marienkirche in Prenzlau.

Gesellschaft zur Erforschung und Förderung der Märkischen Eiszeitstraße e.V., Dr.Zinn-Weg 18, 16225 Eberswalde; Tel./Fax: 03334/64246; Fax: 03334/64232; www.eiszeitstrasse.de


Naturerlebnis Blumberger Mühle

Wer sich intensiver mit dem Naturschutz in der Region befassen will, dem sei das 1997 eröffnete Informationszentrum des Naturschutzbundes Deutschlands (NABU) an der Blumberger Mühle, 3 km von Angermünde entfernt, zu empfehlen. Man findet dort eine interessante Umweltausstellung, eine Live-Video-Übertragung aus einem Adlerhorst, ringsherum eine Natur- Erlebnis- Landschaft, ein ohrenbetäubendes Konzert aus Froschquaken und Vogelgeschrei, einen erstaunlichen Naturspielplatz und andere interessante Dinge- alles in allem eine hochinteressante Einführung in das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.
Für Interessenten:

NABU-Informationszentrum im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin
Blumberger Mühle 2
16278 Angermünde
Tel.: (03331) 2604-0
Fax: (03331) 260450
Öffnungszeiten:
21.3.-30.10.2005: Montag bis Freitag 10-18 Uhr, Samstag/Sonntag 9-19 Uhr 

Eintritt: frei!
Mehr Informationen unter www.blumberger-muehle.de


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Letzte Änderung: 12.5.2009
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