Ring of Kerry

Der Ring of Kerry ist Legende - er ist eine der großen Touristenattraktionen Irlands. 180 Kilometer führt er um die Iveragh Peninusla. Nach  zunächst enttäuschenden Strecken entschädigt die zweite Hälfte der Küstenstraße uns mit herrlichen Aussichten.

Molls Gap am Ring of KerryWer in Kerry Urlaub macht, kann den Ring of Kerry nicht links liegen lassen. Die 180 Kilometer lange Küstenstraße windet sich zunächst um den Killarney National Park, um dann die Iveragh Peninsula zu umrunden. Kenmare ist dabei ein idealer Ausgangspunkt, da es direkt am Ring liegt. Und so machen wir uns eines sonnigen Tages auch auf den Weg.

Wenige Meilen hinter Kenmare passieren wir zunächst Molls Gap, wo wir eine schöne Aussicht auf die Macgillycuddy's Reeks haben.

Ladies View am Ring of KerryNoch anmutiger ist der Blick einige Kilometer weiter: Vom Ladies View blicken wir hinunter auf die Ebene mit dem Upper Lake, Muckross Lake und den umliegenden Bergen.

Lower LakeRoss CastleWir passieren Muckross House & Gardens und biegen an den von zahllosen Hotels gesäumten Straßen in Killarney - wo es fast mehr Pferdekutschen als Autos gibt - ab zum Ross Castle. Die trutzige Burg nimmt einen deftigen Eintritt, und so belassen wir es bei der Außenansicht und einem Blick über den Lower Lake hinüber auf die im Dunst liegenden Berge des Nationalparks.

Hinter Killarney zuckeln wir ewig hinter Bussen her, die alle ebenso wie wir entgegen des Uhrzeigersinns den Ring befahren. Viel zu sehen ist eigentlich nicht. In Killorglin quälen wir uns durch beängstigend steile und völlig zugeparkte Straßen. Hinter Killorglin gibt es endlose Straßenbaustellen, und einmal werden wir - ebenso wie die Busse - auf Umleitungen geschickt, die eher schmale Trampelpfade als Straßen sind.

Ring of Kerry bei GlenbeighKurz hinter Glenbeigh erreichen wir dann endlich die Küste. Vor uns liegt die Dingle Bay und in der Ferne ist die Dingle Peninsula zu erkennen, auf der wir 2005 waren.

Die Freude über das großartige Panorama währt aber nur kurz. Der Ring führt weg von der Küste durch das Hinterland. Erst bei Cahirsiveen nähern wir uns wieder dem Meer, aber dort machen wir nur kurz Halt, um eine Soup of the Day mit Brown Bread zu essen. Das Städtchen selbst ist völlig von Touristen überlaufen, und die ganze Infrastruktur ist auf sie ausgerichtet. Schnell weiter; so sehenswert ist der Ort nicht.

Blick von Valentia Island auf die Skellig RocksValentia IslandDafür machen wir kurz darauf einen Abstecher zur Valentia Island. Über die Brücke bei Portmagee geht es auf die ruhige Insel mit ihren Feldern, Wiesen, Schafen und Hügeln. Von hier aus können wir in der Ferne die einige Meilen vor der Küste liegenden Skellig Rocks mit ihrem uralten Kloster und dem Vogelschutzgebiet erkennen.

Torfabbau bei Valentia IslandAuf dem Rückweg von Valentia Island passieren wir noch eine endlose Ebene, auf der industriell Torf abgebaut wird, mit dem Irland noch immer ein Viertel seines gesamten Energiebedarfs deckt.

Strand von WatervilleWatervilleIn Waterville an der Westseite der Iveragh Peninsula gelangen wir schließlich wieder an den Atlantik. Ein hübscher kleiner Urlaubsort direkt am Meer, mit bunten Häusern und einem Strand, der diesen Namen auch verdient. Baden ist allerdings auch hier nur etwas für ganz Verwegene, angesichts der eisigen Wassertemperatur und den Quallen von beängstigenden Ausmaßen.

Blick auf WatervilleBei der Weiterfahrt können wir von einer Anhöhe am Derrynane National Park noch einmal das freundliche Waterville in der Ballinskelligs Bay von oben bewundern.

Der südwestliche Teil des Ring of Kerry entschädigt uns dann für den etwas entäuschenden Norden: Die Straße zieht sich an den Berghängen immer entlang der Küste, und immer wieder schreien wir "Aaah!" und "Oooh!" angesichts ständig neuer beeindruckender Anblicke: Die Aussicht über den Kenmare River hinüber zur Beara Peninsula, die Derrynane Bay, die Strände, die vorgelagerten Inseln, Wiesen mit grasenden Schafen und Steinwällen - hier ist der Ring wirklich wunderschön.
Glockentürmchen am Ring of KerryRing of Kerry im SüdwestenInseln vor der Iveragh PeninsulaDerrynane Bay

Die letzte Station vor Kenmare ist das Staigue Fort, Irlands besterhaltenes und schönstes Ringfort. Es steht einsam mitten in der Landschaft auf einer Schafweide. Wenn man seinen Euro in die Kasse des Vertrauens geworfen hat, kann man an diesem heißen Sommertag auf die Mauern und in die düsteren Keller steigen. Als wir auf der Rückfahrt noch den Five O'Clock-Tea mit Scones, Jam and Cream im Staigue Fort Info-Center (was eher eine Gaststube ist) nehmen, beglückwünscht uns die Wirtin "Hot tea on a hot day - that's good!" Ihr Angebot, uns noch einmal heißes Wasser über unsere ausgelaugten Teebeutel zu gießen (wie es in Irland offenbar Usus ist), lehnen wir aber dankend ab.
Staigue FortStaigue FortStaigue Fort mit Schaf


Nach 8 Stunden und über 200 Kilometern sind wir schließlich am Abend wieder in Kenmare. Wir waren auf dem Ring of Kerry!


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Letzte Änderung: 2.1.2007
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